r/depression_de • u/TheBigE93 • 3h ago
Suche nach Rat 25 und obdachlos, ich will mein leben ändern.
Hallo liebe Leute der Community.
Ich würde euch heute gerne um Rat bezüglich meines Lebens bitten.
Es fing als Jugendlicher schon an. Schule geschwänzt, nicht aufgepasst im Unterricht, die Lehrer belogen, und einiges mehr.
Aber das war nie aus Drang dazuzugehören.
Tatsächlich habe ich all das gemacht, weil ich damals unbeliebt war.
Meine Familie war schon immer sehr arm. Meine Geschwister und meine Eltern waren nie wirkliche Ansprechpartner.
Ich wurde gemobbt, wegen meines Aussehens, meiner sozialen Verhältnisse, und meiner Familie selbst. Meine Brüder waren in meiner Kindheit Nazis und sind heute drogenabhängig, meine Schwestern haben sich gegenseitig tagtäglich gegenseitig die Beziehungspartner ausgespannt, und heute ist eine davon wegen Drogenhandel auch im Gefängnis.
Meine Mutter hatte ursprünglich ein Freudenhaus (von dem ich mir nicht sicher bin, ob es legal war) lang bevor ich geboren wurde, und wurde mit jedem meiner geborenen älteren Geschwister bitterer und noch stärker Zuhause angebunden. Schließlich hat sie das Geschäft aufgegeben und blieb Zuhause.
Der Vater meiner Geschwister hat sich daraufhin von ihr abgewandt, viele Wertsachen gestohlen und hat das Land verlassen.
Als ich geboren wurde, waren meine Eltern gerade frisch verheiratet. Leider hat das nicht lange gehalten, da mein Vater, ein Goldschmied, sich entschieden hat, das für fünf fremde Kinder die Vaterrolle zu spielen, nicht seinem Lebensweg entspricht. Ich bin vaterlos aufgewachsen, und wenn er sich mal für mich interessiert hat, und zu meinen Geburtstagen kamen, wurde mir relativ früh von ihm eingebläut, dass ich ein Loser bin, und nie etwas erreichen werde. Gründe für die Aussage waren zum Beispiel eine Note 3 im Mathetest, oder der Fakt, dass ich keine Freunde habe.
Unsere Mutter hat das Ausscheiden meines Vaters aus unserem Leben sehr stark an uns ausgelassen. Schläge durch schlechte Laune Ihrerseits, oder als Strafe für Banalitäten wie das zweimalige Betätigen der Toilettenspülung. Meine Geschwister und Ich haben viel einstecken müssen.
Ich habe durch diese Wende in der familiären Stabilität keine Werte in der Kindheit vermittelt bekommen. Bis heute konnte ich kein Fahrrad fahren, weil mich jetzt die Angst davor lähmt, Kochen habe ich jüngst erst gelernt. Mir wurde gesagt, das Freunde finden und soziale Kontakte knüpfen wertlos ist weil die Kinder in meiner Klasse (bzw. die Jugendlichen später) schlechter Umgang seien und mich nur verderben würden.
Ich wurde in der Schule verprügelt, mit Pausenbroten beworfen und in den Dreck geschubst. Ich konnte kein Fahrrad fahren, oder Klassenfahrten mitmachen da meine Mutter mich angeschrien hat als ich sie um den Soll für die Klassenkasse gebeten habe.
Als ich angefangen habe für mich selbst zu denken, war es bereits zu spät. Ich dachte, alleine außerhalb der Schule zu sein und mich im Park aufzuhalten wäre das Größte. Keine Tyrannenfamilie, keine Klassenkameraden die mich betiteln oder terrorisieren... ich war relativ glücklich. Natürlich hat sich das unglaublich schlecht auf mein Leben ausgewirkt. Ich habe angefangen zu glauben, Schule sei ein Gefängnis und Familie die Wärter die mich dorthin zu gehen zwingen. Ich bin 2 mal sitzen geblieben bevor ich gerade so den Realschulabschluss geschafft habe.
Von Zukunft war keine Spur. Ich war fertig, hatte keine Perspektive und meine Mutter drohte mir mit Obdachlosigkeit, sollte ich mir nicht sofort bei einer Zeitarbeitsfirma einen Job suchen. Gesagt getan, nur ohne Moral oder zumindest ein Minimum an körperlicher Fitness durch das konstante verrotten in meinem Zimmer, gingen Arbeitsverhältnisse immer schnell in die Brüche.
Jahrelang habe ich den letzten Schritt wiederholt. Zwischendurch immer von Ausbildungsplätzen abgelehnt. In 2023 habe ich eine Weiterbildung für Security gefunden und meine Jobcenter Sachbearbeiterin angefleht die Mittel dafür zu bekommen. Und sie hat es bejaht.
Ich habe die Weiterbildung für 6 Monate in mir aufgesogen, durfte eine eigene Wohnung in der Nähe der versprochenen Stelle genießen. Sachkundeprüfung bei der IHK habe ich bestanden.
Ich wandte mich also zum Unternehmen welches mir eine Stelle versprochen hat. Auftragslage hat sich geändert. Wir haben keine Stelle mehr für Sie.
Der neue Sachbearbeiter in der neuen Stadt sagte mir im Nachhinein, dass diese Weiterbildungen wertlos sind. 7000€ aus meinem Vermittlungsbudget habe ich also umsonst in den Wind geschossen. Nach vielen Bewerbungen der gleiche Konsens - ich brauche einen Führerschein.
Gefördert bekommen habe ich diesen gerade wegen diesem oben genannten ausgeschöpften Budget nicht.
Zeitarbeitsfirmen meiden mich seit meiner Vergangenheit mit diesen. Schlussendlich bin ich nun seit dem 26.06.26 obdachlos. Unterkunft habe ich im lokalen Obdachlosenhaus. Jedoch haben die Sachbearbeiter dort super viel Auslastung und so schnell werde ich bei meinem Umstand der Zwangsräumung keine neue Wohnung finden besonders in diesem Markt.
Durch diese ganzen schlechten Zeiten bauten sich viele gesundheitliche Hürden auf. Mir fehlen bereits 3 Zähne durch viele Nächte in denen ich zu depressiv war um mich auch nur minimal um mich selbst zu kümmern. Ich habe aus Frust oft in den Kühlschrank gegriffen und liege jetzt bei 198cm auf peinlichen 140kg. Mein Haar fällt immer schneller aus. Ich fühle mich, als ob ich langsam Stück für Stück absterbe, und als ob sich hinter und vor mir währenddessen alle Türen schließen.
Ich hätte so gern studiert, oder eine Ausbildung gemacht. Im Nachhinein hätte ich so gerne was aus mir gemacht und hatte immer diese Lichtblicke zwischendurch. Nun habe ich 1.27€ auf meinem Revolut, -55€ auf der Postbank, und ich weiß einfach nicht, wie ich mich noch retten sollte.
Darum bitte ich euch, was kann ich tun? Bin ich schon verloren? Ich will einfach nur wieder gesund und sicher sein. Etwas machen was mich glücklich macht.
Bitte gebt mir Rat.
Fragt mich dazwischen gerne nach meinem Umständen, Gedanken, Gefühlen. Ich bin ein offenes, schlecht geschriebenes Buch.