Ich schreibe das jetzt, weil ich schon wieder über einen Kommentar gestolpert bin, in dem stand: “Das MUSS man unbedingt in der Originalsprache lesen.”
Das Buch war auf Spanisch.
Genau, weil Deutschlands zweite Amtsprache Spanisch ist, wie jeder weiß. /s
Bei Englisch kann man natürlich drüber diskutieren. Das können viele; zumindest gut genug, um Bücher zu lesen. Trotzdem sehe ich auch da ständig Kommentare: Lies es auf Englisch. Die deutsche Übersetzung ist Mist. Sonst lohnt es sich gar nicht.
Klar, wenn dein Englisch dafür locker reicht, dann mach das doch! Ich würde auch niemandem davon abraten. Im Gegenteil.
Aber nicht jeder hat dasselbe Sprachniveau. Und nicht jedes Buch ist gleich geschrieben. Zwischen einem lockeren Fantasyroman und einem literarisch anspruchsvollen Werk liegen sprachlich oft Welten.
Mir persönlich macht es jedenfalls keinen Spaß, wenn ich alle paar Seiten denke: was bedeutet das Wort jetzt? oder einen Satz dreimal lesen muss, bis ich halbwegs verstanden habe, worauf der Autor hinauswill. Das killt einfach den Lesefluss.
Dann lese ich lieber eine Übersetzung und habe Spaß an der Geschichte.
Natürlich geht dabei etwas verloren. Wortspiele, Feinheiten, manche kulturellen Anspielungen. Das lässt sich nicht perfekt übertragen. Das ist völlig normal.
Aber deswegen verschwindet doch nicht plötzlich die komplette Geschichte oder das Leseerlebnis.
Ja, es gibt schlechte Übersetzungen. Und ja, manche Bücher profitieren enorm vom Original. Da widerspreche ich überhaupt nicht.
Was mich nur etwas nervt, ist dieses pauschale “Original oder gar nicht”.
Bitte lasst die Leute selber entscheiden in welcher Sprache sie das Buch lesen. Besten Dank
Wie oft lest ihr in der Originalsprache? Nur bestimmte Autoren?
Bei mir unterscheidet sich das von Buch zu Buch, je danach wie anspruchsvoll das geschrieben ist