Hallo zusammen,
ich stehe gerade vor einer Entscheidung und würde mich über Meinungen freuen, insbesondere von Leuten aus der Inneren/Kardiologie oder mit Erfahrung in ähnlichen Situationen
Kurz zu mir:
- Ende des 3. Weiterbildungsjahres Innere Medizin, ab September im 4. WBJ.
- Plan: Noch 2 Jahre bis zum Facharzt Innere, danach 3 Jahre Kardiologie.
- Langfristiges Ziel ist interventionelle Kardiologie; alternativ könnte ich mir auch Device-Therapie vorstellen, falls mir das besonders liegt.
Hab zwei Zusagen:
Krankenhaus 1
Zwei Standorte, ich wäre überwiegend am neu aufgebauten - Standort eingesetzt.
- Station mit ca. 14 Patienten und Ein modernes Herzkatheterlabor.
- Ziel ist, dass die Assistenzärzte relativ früh selbstständig die komplette Station betreuen können.
- Schichtsystem mit Früh-, Spät- und Nachtdienst.
- Etwa ein Wochenenddienst (Sa/So jeweils 12 Stunden) pro Monat.
- Keine feste Echo-Rotation, sondern eher wochenweise (eine Woche Echo, danach wieder Station usw.).
- Herzkatheter-Rotation im letzten Weiterbildungsjahr.
- Weniger Assistenzärzte, ich wäre hier einer der erfahrensten → vermutlich weniger Konkurrenz.
- Der Chefarzt hat mir bereits eine interdisziplinäre Intensivrotation ab Januar organisiert, die ich für die Weiterbildung noch brauche.
HR hat sich bereits gemeldet, Vertrag über 3 Jahre angeboten (vorbehaltlich Zustimmung des Betriebsrats – Antwort erst Freitag nächste Woche).
Ich habe diese Stelle am Montag bereits zugesagt.
Entfernung ca. 350 km.
Krankenhaus 2
- Großes Haus mit über 1000 Betten. Über 30 Assistenzärzte in der Kardiologie. Eigene internistische Intensivstation.
- Der Chefarzt meinte allerdings, dass die ITS-Rotation dauern kann; ich könnte aber bei Bedarf eine Fremdrotation in einer anderen Abteilung machen.
- Feste Echo-Rotation für 6 Monate. Herzkatheter-Rotation ebenfalls erst im letzten Weiterbildungsjahr (3 Monate).
- Teaching von PJ-Studierenden gehört ausdrücklich dazu, was ich grundsätzlich gerne mache. Hier ist aber auch die Durchführung von PJ-Vorlesungen Pflicht.
- Bereitschaftsdienste (Stufe III vergütet) für alle internistischen Kliniken, also deutlich größere Verantwortung und sehr viele Patienten. Laut Ltd OA 3-6/Monat
- Laut ltd OA sehr laufintensiv und arbeitsreich, ca. 1–2 Überstunden täglich; diese werden aber vollständig dokumentiert und ausbezahlt.
- Vertrag über 5 Jahre (Muster geschickt, braucht auch eine Zustimmung des Betriebsrats, Rückmeldung in der ersten Augustwoche).
Was die Situation zusätzlich kompliziert macht:
Ich hatte dort vor längerer Zeit ein Vorstellungsgespräch. Man sagte mir, ich würde innerhalb einer Woche Bescheid bekommen. Danach kam einen Monat lang gar nichts. Der andere Chefarzt versprach mir den Job. Später bekam er einen zweiten Bewerber (Facharzt Innere, der den Schwerpunkt Kardiologie machen will). Er meinte, er müsse noch einmal entscheiden und gebe am Montag Rückmeldung. Am Montag sagte er, er wolle uns beide und schaffte auch eine zweite Stelle bei der Klinikleitung. Ich war wegen seines Verhaltens skeptisch, habe aber dennoch zugesagt, und HR meldete sich.
Jetzt, nachdem ich bereits zugesagt habe und HR vom ersten Krankenhaus schon den Vertrag vorbereitet hat, meldet sich plötzlich das zweite Krankenhaus mit einem Angebot.
Jetzt frage ich mich:
- Würdet ihr eher das kleinere Haus wählen, das relativ neu ist (Strukturen werden noch aufgebaut) und einen 3-Jahres-Vertrag bietet?
- Oder das große Maximalversorger-Haus mit besserer Struktur, mehr Finanzierung und einem 5-Jahres-Vertrag?
Wie wichtig ist euch eine feste Echo-Rotation gegenüber eher flexiblen Echo-Wochen? Aber wahrscheinlich kein Work life Balance mehr
- Ich habe Angst, dass wegen der aktuellen Krankenhausreformen etwas passiert, sollte man eher auf ein großes Haus setzen wegen des längeren Vertrags und besseren finanziellen Lage?
Ich habe in letzter Zeit sehr lange (1–1,5j) nach Stellen gesucht und viele Absagen bekommen. Deshalb habe ich auch ein bisschen Angst, eine sichere Option aufzugeben. Klar ist mein Ziel langfristig die Kardiologie, aber ich möchte in der aktuellen Lage auf keinen Fall ohne Job dastehen.
Außerdem würde ich gerne wissen:
- Wenn ich während eines laufenden befristeten Vertrags meinen Facharzt für Innere mache (also FA Innere werde), bekomme ich dann automatisch einen unbefristeten Vertrag?
- Oder bleibt der Vertrag befristet, weil ich ja weiterhin in der Weiterbildung Kardiologie bin?
- wie wahrscheinlich ist es, dass der Betriebsrat den Job absagt?
Ich freue mich über jede Einschätzung und Rat